Erntedank und Erntefrust

Vortrag von Markus Wöhl

am Mittwoch, dem 17. Okt., um 19.30 Uhr

im Pfarrheim Maria Himmelskron

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Die diesjährige Ernte steht ganz unter dem Zeichen des Super-Sommers 2018, der auch in Heusenstamm alle Rekorde brach: An 18 hintereinander liegenden Tagen wurde die 30 Grad Marke überschritten. Es gab 39 Hitzetage mit über 30° und 103 Sommertage mit über 25°. Nach über 28 Tagen endete im Juli die längste Trockenperiode. In Juni, Juli und September fiel noch nicht einmal die Hälfte der durchschnittlichen monatlichen Regenmenge von ca. 60 l/m², getoppt noch vom August mit lediglich 11 l/m². Der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Folgen sind überall zu sehen: ausgedörrte Böden, gelbe und verbrannte Wiesen und Weiden, vertrocknete Bäume und Pflanzen.

Doch was bedeutet die wochenlange Hitze und Trockenheit für die landwirtschaftlichen Erträge in der Region? Den Winzer freut’s, der Bauer jammert? Ganz so einfach ist es nicht. Der  Heusenstammer Landwirt Markus Wöhl  spricht über den Einfluss des Hitzesommers auf das Wachstum seiner Produkte wie Roggen, Kartoffeln, Mais sowie Gemüse und Obst. Extreme Wettersituationen führen zu einer Verschiebung der Vegetationsperioden – also jener Zeiträume, in denen Pflanzen wachsen, blühen und Früchte tragen – und beeinflussen nachhaltig den landwirtschaftlichen Arbeitsaufwand und -ablauf. Wie kann die Landwirtschaft vor Ort auf Wetterextreme wie Hitzesommer, Dürren,  aber auch auf Dauer- und Starkregen reagieren? Vegetationsänderungen beeinflussen aber auch die Preisentwicklung einzelner Produkte und können im Nachhinein die Kalkulation des Betriebs auf den Kopf stellen. Wie sollte die Landwirtschaft betriebswirtschaftlich ausgestaltet werden, damit Ernteschwankungen und Preisänderungen nicht an die betriebliche Substanz gehen?

markus woehlMarkus Wöhl ist einer der wenigen Bauern in der Region, die hauptberuflich von der Landwirtschaft leben. Neben Korn und Kartoffeln hat er sich vor allem auf den Gemüse- und Obstanbau spezialisiert, die auf dem heimischen Hof zum Kauf angeboten werden. Und als Landwirt widmet er sich nicht nur der Feldarbeit, sondern kennt sich auch bestens mit den betriebswirtschaftlichen Belangen der Branche aus.

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