Durchkreuzt !

Normalerweise würden wir unser Leben gerne planen. Nach unseren Vorstellungen, so wie es uns gefällt. Doch das funktioniert nicht. Allzu oft läuft es anders. Unsere Pläne werden durchkreuzt. Unser Leben wird durchkreuzt. Ob wir es wollen oder nicht: Dieses Durchkreuzt-Werden gehört zu unse­rem Leben.

Wir feiern in wenigen Tagen Ostern. Das Fest der Auferstehung Christi. Auf dem Deckblatt sehen sie ein Auferstehungsbild­es wird zugleich das Motiv des diesjährigen Osterbildchens sein. Ein Osterbild? Mit dem Kreuz im Vordergrund? Kann das sein?

Es ist ein „Kreuz im Sonnenaufgang“ - ein wenig ähnelt es dem Kreuz in der Kirche Maria Himmelskron, das seit der Renovierung in helle, österliche Farben getaucht ist. Das Kreuz kennen die Christen als ihr Symbol, weil sie um die Auferstehung wissen. Die Auferstehung aber ist der Sieg jener Liebe, die stärker ist als der Tod. Am Kreuz, so wird es beim Evangelisten Johannes besonders deutlich, überwindet Christus den Tod. Das Kreuz ist ein Symbol des Todes und ein Symbol des Lebens.

Doch „überspringen“ können wir das Kreuz nicht. Wie auch wir Menschen nicht ein Le­ben schaffen können, aus dem wir das „durchkreuzt“ herausradieren. Das merken wir besonders auch am Ende eines Lebens. Da ist nichts planbar. Da kann es Krankheit und Pflegebedürftigkeit geben. Davor haben viele Angst. Wer könnte das nicht verstehen? Und zunehmend viele Menschen möchten auch diesen Lebensabschnitt pla­nen. Wenn es nicht mehr geht, dann eben Sterbehilfe. In Holland und Belgien ist das seit Jahren die gängige Praxis. Dort können sich Menschen, die schwer körperlich er­krankt, dement oder depressiv sind, ganz legal töten (lassen). Eigenverantwortlich.

Würdevoll. So nennen das die Apologeten dieser Regelung. Aber andere schlagen Alarm. Die Zahl dieser „Ausnahmefälle“ steigt dramatisch an und immer mehr Men­schen in dieser Situation werden unter Zugzwang gesetzt, wenn man anderen doch nur noch „zur Last fällt“.

Ob diese schreckliche Regelung, die im Grunde ein Rückfall in das Heidentum der Antike ist, an den Grenzen von Holland und Belgien haltmacht? Wohl kaum, auch bei uns gibt es diese Diskussionen. So wie man zurzeit auch darüber diskutiert, ob das Werbeverbot für Abtreibungen aufgehoben wird. Als ob Abtreibungen - Tötungen von ungeborenem Menschenleben! – ganz normale medizinische Eingriffe wären

Ostern, das Fest der Auferstehung – wollte an den Anfängen und will heute einen Ausrufepunkt setzen gegen die neuen Unmenschlichkeiten die oft im Gewand der Menschenfreundlichkeit daherkommen. Das „Durchkreuzt“ gehört zum Menschenleben dazu. Ob wir es wollen oder nicht. Aber das ist nicht das letzte Wort. Das Dunkel des Karfreitags. Unsere Hoffnung ist vielmehr der Ostermorgen! Das „Kreuz im Sonnenaufgang“ ist ein Bild dieser Hoffnung.

In diesem Sinne Ihnen allen frohe und geregnete Kar- und Ostertage!

750 Jahre Rembrücken

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