Zeugen

Zeugen und Zeugenaussagen sind vor Gericht oft entscheidend. Sie sind immer noch das wich­tigste Instrument der Wahrheitsfindung. Zwar weiß man heute besser als früher um die Relati­vität der Zeugnisse. Unser Gehirn „konstruiert“ ja immer auch das, was wir Erinnerung nennen und fügt es zu einem Ganzen zusammen. Und spielt der Wirklichkeit damit auch manchen Streich. Das relativiert aber die Zeugenaussage als Gan­zes nicht. Denn natürlich nehmen Zeugen Ent­scheidendes wahr und können es in der Regel auch adäquat wiedergeben. Das gilt auch für die neutestamentlichen Zeugnisse von der Auferste­hung Jesu.

In einem der ältesten Texte des Neuen Testa­ments spricht der Apostel Paulus von denen, die Zeugnis geben können, dass Jesus wirklich von den Toten auferstanden ist. Er spricht von Petrus und den Aposteln, von fünfhundert Brüdern und von sich selbst. Es ist kaum denkbar, das zu be­haupten, wenn jeder in Jerusalem gewusst hätte, dass das nicht stimmt, dass der Leichnam Jesu noch im Grab ist. Es gibt keinen vernünftigen Grund, an der Wahrheit dieses Zeugnisses zu zweifeln.

Auch in den Evangelien wird von vielen Men­schen berichtet, denen der Auferstandene be­gegnet ist und die dies bezeugen. So sehr diese Zeugnisse in Einzelheiten differieren, so sehr stimmen sie im Wesentlichen überein: Dass Je­sus auferstanden ist und lebt. Dass es derselbe Jesus ist und dass er doch in „einer anderen Weise“ gegenwärtig ist. Es geht also nicht einfach nur um die Wiederbelebung eines Toten. Jesus lebt, aber auf eine neue Art und Weise. Deshalb erkennen die Zeugen Jesus oft auch nicht auf den ersten Blick. Wie die Emmaus-jünger, deren Augen von ihrer abgrundtiefen Trauer über den Tod Jesu getrübt sind. Erst als er bei ihnen ist und das Brot bricht, erken­nen sie ihn und es gehen ihnen „die Augen auf“. Oder der „ungläubige Thomas“: Erst als Jesus ihm seine Wunden zeigt, ja ihn auffor­dert seine Hände in die Wunden zu legen, ist er überzeugt: Jesus ist auferstanden. Beson­ders berührend für mich ist immer wieder das Zeugnis der Maria Magdalena. Die frühmor­gens ans Grab kommt und es leer vorfindet. Sie spricht jemanden an, den sie für den Gärt­ner hält, mit der bangen Frage, wo der tote Leib ihres Heilandes sei. Und erst als dieser sie liebevoll bei ihrem Namen nennt: „Maria“, da erkennt sie in ihm den geliebten „Rabbuni“, „Meister“ und weiß, dass Er lebt.

Als diese letzte Geschichte vor einigen Tagen in der Kita St. Cäcilia den Kindern erzählt wur­de, da machte es die Erzieherin ganz plas­tisch. So wie Maria, so ruft der Auferstandene auch uns beim Namen. Und sie nannte laut und vernehmlich die Namen einer ganzen Reihe von Kindern.

Ja, genau so ist es: Wir dürfen den Zeugnis­sen über die Auferstehung Jesu trauen. Und wir sind berufen selber Zeugen des auferstan­denen Christus zu sein.

750 Jahre Rembrücken

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